Der Stammbaum der evangelischen Gemeinden Offenbachs

Die Betrachtungen "90 Jahre Luki" in den Gemeindebriefen des Jahres 2004 haben deutlich werden lassen, dass unsere Lutherkirche - sowohl mit der Errichtung des Gebäudes im Jahre 1914 für damals zwei Gemeinden wie auch mit der Bildung der jetzigen Luthergemeinde im Jahre 1956 - eingebettet ist in die gemeinsame Entwicklung der Offenbacher evangelischen Kirchengemeinden. Deshalb soll hier, gewissermaßen als Nachtrag, das Entstehen der heutigen evangelischen Kirchengemeinden in unserer Stadt im Zusammenhang dargestellt werden.

1848 war die "vereinte evangelisch-protestantische Kirchengemeinde Offenbach" entstanden durch den Zusammenschluss der (deutsch-) reformierten Gemeinde in der damaligen Schloßkirche in der Nähe des Isenburger Schlosses und der lutherischen Gemeinde in der Stadtkirche in der Herrnstraße. Daneben gab es die französisch-reformierte Gemeinde.

1899 hatte sich dann die Offenbacher Gemeinde in Bezirke gegliedert, aus denen 1920 die sechs selbständigen Gemeinden Friedenskirchengemeinde, Johannesgemeinde, Luthergemeinde-Süd, Luthergemeinde-Südost, Schloßkirchengemeinde und Stadtkirchengemeinde entstanden. Die Luthergemeinde-Süd vergrößerte sich in der anschließenden Zeit stark, da sich die Stadt Offenbach weiter nach Süden ausdehnte. 1928 wurde ein eigener Markus-Bezirk in der Luthergemeinde-Süd eingerichtet, entsprechend 1934 der Lukas-Bezirk für die damalige "Nebenerwerbs-Siedlung Tempelsee". Aus dem Markus-Bezirk sowie aus denjenigen Teilen der Bürgeler Gustav-Adolf-Gemeinde, die bis dicht an die Grenzstraße reichten, wurde dann 1937 die Markusgemeinde gebildet. 1950 erhielt die Lukasgemeinde in Tempelsee den Status einer selbständigen Gemeinde.

Im Jahr 1956 entstand die Paul-Gerhardt-Gemeinde aus dem südwestlichen Teil der Luthergemeinde-Süd und angrenzenden Teilen der Friedenskirchengemeinde; der verbleibende Teil der Luthergemeinde-Süd wurde mit der Luthergemeinde-Südost vereinigt zu der heutigen Luthergemeinde. 1958 wurde die Matthäusgemeinde, zuvor seit 1955 Westbezirk der Lukasgemeinde mit Schwerpunkten in der damaligen "Vorderwald-Siedlung" und der "Carl-Ulrich- Siedlung", selbständig. 1969 wurde die Lauterborngemeinde gegründet aus demjenigen Teil der Paul-Gerhardt-Gemeinde, der im damaligen "Neubaugebiet Lauterborn" lag, sowie aus dem angrenzenden Teil der Matthäusgemeinde. Daneben gibt es in den Offenbacher Vororten die evangelische Kirchengemeinde Offenbach-Bieber, die Gustav-Adolf-Gemeinde in Offenbach-Bürgel und die Schloßgemeinde in Offenbach-Rumpenheim, sowie seit 1957 die Erlösergemeinde in Offenbach-Waldheim.

Mit zum gegenwärtigen evangelischen Dekanat Offenbach gehört außerdem die französisch-reformierte Gemeinde, die als Personal-Kirchengemeinde nicht auf einen Wohnbezirk bezogen ist.

Karl Hainer