Unter diesem Motto wollen wir am 10. Juli 2005 Gemeindefest feiern. Alles bleibt wie es ist und alles wird anders, diese beiden Aussagen sind im Motto miteinander verschränkt.
Alles bleibt wie es ist. Das würde bedeuten: Unabhängig der Veränderungen um uns herum verharren wir als Gemeinde in unseren festgefahrenen Vorstellungen und unser Hauptanliegen wäre die Bewahrung des "Status quo". Alles bleibt wie es ist!
Alles wird anders! Das würde bedeuten, dass wir konsequent all das über Bord werfen würden, was unsere Gemeinde ausmacht, was sie sich über die Jahre "angeeignet" hat, was sie für viele wertvoll und zur "Heimat" gemacht hat. Alles wird anders!
Alles bleibt anders, das bedeutet: Die Bewahrung dessen, was unsere Gemeinde bis heute reich macht, liegt uns ebenso am Herzen, wie die Bereitschaft sich für Veränderungen zu öffnen. Das rechte Maß dabei zu finden, sehen wir als Herausforderung.
Als das Volk Israel in Ägypten Sklavendienst leisten musste, bekam Mose den Auftrag das Volk zu befreien. Bei seiner Berufung fragt Mose in wessen Auftrag er handeln soll. Er fragt nach dem Namen seines Auftraggebers.
Gott sprach zu Mose: Ich werde sein, der ich sein werde. ... So sollst du zu den Israeliten sagen: Der Herr, der Gott eurer Väter,... (1. Mose 3, 14+15)
Der Name Gottes ist die Klammer, die alles zusammenhält. Er ist der "ich werde sein, der ich sein werde", und er ist zugleich "der Gott eurer Väter". Damit wird der große Bogen geschlagen von der Vergangenheit hinein in Gegenwart und Zukunft. Mose kann wissen, mit wem er es zu tun hat. Immerhin kennt er die Vergangenheit und hat seinen Gott erfahren als den, der schon den Vätern nahe war. Er ist ihm also kein Unbekannter, und deshalb kann er sich auch einlassen auf den, der sein wird. Hier verschränken sich Vergangenheit und Zukunft, und zwar im Wort Gottes selbst: "Ich bin der Gott deines Vaters, der Gott Abrahams, der Gott Israels und der Gott Jakobs." Daraus folgt – nahezu ganz von allein: "Ich will mit dir sein." Über diese Brücke kann und wird Mose gehen. Und wir?
Alles bleibt anders. Wir sind auf dem Weg und bitten Gott um seine Begleitung, um seinen Schutz und Segen. Genauso, wie er damals die Israeliten durch die Wüste in das verheißene Land begleitet, und wie er unsere Gemeinde bis heute nicht verlassen hat.
Diese Gedanken wollen wir im Rahmen unseres Festgottesdienstes am 10. Juli 2005 um 11 Uhr in der Lutherkirche weiter bedenken und vertiefen.
Ich freue mich auf Sie!
Es grüßt Sie herzlich, Ihr Gemeindepfarrer
Ulrich Knödler, Mai 2005
(Pfarrer in der Evangelischen Luthergemeinde Offenbach)