Angedacht

"Woran denken Sie bei Ostern?"

Porträt von Ulrich Knödler
Ulrich Knödler

"Woran denken Sie bei Ostern? Cholesterin, Ferien, Jesu Auferstehung, Langeweile mit der Familie? Lassen Sie uns gemeinsam Antworten finden."

Mit diesem Text wirbt die Evangelische Kirche in Deutschland für sich. Ich musste erst einmal schmunzeln und lachen. Das spricht mich an und stimmt mich heiter. Das passt: Es ist Frühling und wir feiern Ostern!

In der mittelalterlichen Kirche gab es den Brauch des Osterlachens: Der Prediger hatte die Aufgabe, die Gemeinde am Ostermorgen durch eine menschenfreundliche Predigt, ja oft durch derbe Späße, zum Lachen zu bringen. Sicher, da wurde wohl auch allerlei Schabernack getrieben, aber eines war klar: Das kräftige, hörbare Lachen gehört zum Ostergottesdienst. "Es war ein wunderlich Krieg, da Tod und Leben rungen. Das Leben behielt den Sieg, es hat den Tod verschlungen. Die Schrift hat verkündet das, wie ein Tod den andern fraß; ein Spott der Tod ist worden. Halleluja" (Reformiertes Gesangbuch 464,4)

So dichtet Martin Luther in kräftigen Bildern im Osterlied. Tod und Teufel haben nichts zu lachen an Ostern. Ihnen geht’s an den Kragen. Aber die Menschen, die dürfen lachen, befreit und fröhlich lachen. An Ostern gilt’s: Wer zuletzt lacht, lacht am besten! Und zuletzt ist nicht das hohle Grinsen des Todes, sondern das österliche Lebenslachen Gottes. An Ostern darf man darum das, was man sonst nicht darf: Man darf über den Tod lachen, ja, den Teufel auslachen!

Lassen Sie uns gemeinsam lachen und vielleicht auch Antworten finden in einem der vielen Ostergottesdienste, zu denen ich Sie herzlich einlade:

  • 15. April, 20:30 Uhr
    Osternacht mit Kantorei, Altkatholische Christuskirche, Bismarckstraße
  • 16. April, 10:00 Uhr
    Ostersonntag mit Kinderchor. Kindergottesdienst mit Osterfrühstück und Eiersuchen im Pfarrgarten
  • 17. April, 10:00 Uhr
    Ostermontag: Festgottesdienst

Frohe Ostern!

Ihr

Ulrich Knödler, März 2006
(Pfarrer in der Evangelischen Luthergemeinde Offenbach)