Ein Viertel im Wandel der Zeit

Splitter aus der Geschichte der Firma MAN Roland und der Nutzung des Geländes Christan-Pleß-Straße/ Senefelderstraße und Gustav-Adolf-Straße

1871 gründen Louis Faber und Adolf Schleicher in Frankfurt ein "Associationsgeschäft zur Produktion von lithografischen Schnellpressen." Noch im selben Jahr wird mit der Albatros die erste Druckmaschine entwickelt. Im Jahre 1872 übersiedelt die Firma nach Offenbach und erwirbt im Jahre 1873 für den Bau eines kleinen Fabrikgebäudes ein Grundstück in der Sedanstraße (heute Christian-Pleß-Str.).

Im Jahre 1911 wird die erste Offset-Bogen-Rotationsmaschine "Roland" vorgestellt und auf der Turiner Messe mit einer Goldmedaille prämiert.

Im Jahre 1922 erwirbt Faber & Schleicher an der Mühlheimerstraße ein Gelände von 60000 qm, das der späteren Verlegung des gesamten Werkes dienen sollte. Zunächst wurde dort allerdings nur eine neue modernere Eisengießerei gebaut, die im Jahre 1923 in Betrieb genommen wurde.

Während des 2. Weltkrieges produzierte Faber & Schleicher neben Druckmaschinen auch Werkzeugmaschinen. Am 18.3.1944 wurde das Werk bei schweren Luftangriffen auf Offenbach erheblich getroffen. Der Gemeindesaal der Lutherkirche diente der Firma danach als Büro. Die Arbeit im Werk wurde nur kurze Zeit unterbrochen, am 4.4.1945 konnte der Betrieb wieder aufgenommen werden.

In der Folgezeit wurden die zerstörten Teile des Werks wieder aufgebaut und das Werksgelände nach und nach durch Zukauf von Grundstücken erweitert. Nachdem Entwurf von Hans Schroeder wurde in mehreren Bauetappen zwischen 1952 und 1965 in dem Karree Christan-Pleß-Str./ Senefelderstr./ Gustav-Adolf-Str. ein einheitlich wirkender Fabrikkomplex geschaffen, dem die noch vorhandene Wohnbebauung zum Opfer fiel. In der Gustav-Adolf-Str. wurde ein riesiger Parkplatz geschaffen.

Im Jahre 1979 schließen sich die Roland Offsetmaschinenfabrik Faber & Schleicher, Offenbach und der Druckmaschinenbereich der Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg zur MAN Roland Druckmaschinen AG, Offenbach/Main zusammen.

Seit 1986 stehen Teile des Werkskomplex unter Denkmalschutz.

Im Laufe der Zeit wird das Werk in der Mühlheimerstraße immer weiter ausgebaut bis nun schließlich vor kurzem das Werk 1 in der Christan-Pleß-Str./ Senefelderstr./ Gustav-Adolf-Str. als Standort aufgegeben wurde.

Stefan Buch