Kirchen in Hessen feiern Elisabethjahr

Im Jahr 2007 jährt sich der Geburtstag von Elisabeth zum 800. Mal. Die ungarische Königstochter Elisabeth, Gemahlin des thüringischen Landgrafen Ludwig IV., Stifterin des Hospitals in Marburg sowie radikale Vertreterin eines gelebten Evangeliums ist eine herausragende Gestalt der hessischen, deutschen und europäischen Kirchengeschichte.

Ihr Lebensentwurf von vollständiger Armut, tätiger Caritas und selbstloser Hingabe übt noch heute große Faszination aus. Aus diesem Anlass laden die Evangelische Kirchen von Kurhessen-Waldeck, in Hessen und Nassau sowie deren Diakonische Werke unter dem Dach des Elisabethjahres 2007 zu einer Vielzahl von Veranstaltungen und Aktionen ein.

1207 kommt Elisabeth als Tochter von König Andreas II. und Gertrud von Andechs-Meranien in Ungarn zur Welt.Ihre Eltern geben der Prinzessin einen besonderen Namen: Elisabeth - so wie die Mutter Johannes des Täufers hieß. Mit vier Jahren muss die ungarische Königstochter ihre Heimat verlassen. Zur Braut des künftigen Thüringer Landgrafen erwählt, soll Elisabeth auf der Wartburg, am Hofe der Ludowinger aufwachsen. Sie gilt als Pfand in einem politischen Bündnis zwischen Thüringer Landgrafen und bayerischen Herzögen.

Als kleines Mädchen wird Elisabeth im Herbst 1211 nach Thüringen gebracht. Sie wächst an einem der kulturell führenden Höfe im Heiligen Römischen Reich auf. Ihr Ziehvater ist Landgraf Hermann I. von Thüringen (gestorben 1217), der als Mäzen die Minnesänger Walther von der Vogelweide und Wolfram von Eschenbach unterstützte.
Elisabeth wird 1221 im Alter von 14 Jahren verheiratet. Das ist für ihre Zeit nicht ungewöhnlich. Die Hochzeit findet in Eisenach in der Georgenkirche statt. Ihr Mann, Landgraf Ludwig IV. von Thüringen (geboren 1200), regiert bereits seit vier Jahren.

1227 zieht Elisabeths Mann Ludwig mit Kaiser Friedrich II. zum Kreuzzug. Elisabeth, zum dritten Mal schwanger, begleitet ihn bis Schmalkalden, um sich dort endgültig von ihm zu verabschieden. Schon im süditalienischen Otrano stirbt Ludwig am 11. November 1227. Die junge Witwe Elisabeth gerät mit ihren Schwägern, Landgraf Heinrich IV., Raspe und Konrad von Thüringen, in Streit um die ihr zustehenden Witwengüter.

1228 muss sie die Wartburg verlassen und zieht mit ihren drei Kindern nach Marburg, das zur Landgrafschaft Thüringen gehört. Dort gründet sie ein Hospital. Die Kapelle ihres Hospitals in Marburg lässt Elisabeth 1228 Franziskus weihen.
Sie schwört in Marburg den weltlichen Dingen ab, gibt ihre Kinder weg und pflegt im Marburger Hospital gemeinsam mit wenigen Helferinnen und Helfern allein stehende Kranke jeden Alters. Unter ihrer Devise "wir wollen die Menschen fröhlich machen" kümmert sie sich besonders um Menschen mit Lepra und Krätze.

Elisabeth wird nur 24 Jahre alt. Laut Konrad von Marburg stirbt die als königliche Prinzessin von Ungarn Geborene und als Landgräfin von Thüringen Verwitwete in ihrem Marburger Hospital. Nach vierzehn Tagen schwerer Krankheit verlassen sie in der Nacht vom 16. auf den 17. November 1231 die Lebenskräfte.

Die Todesnachricht verbreitet sich in Windeseile. Viele Menschen strömen herbei, damit sie Elisabeth noch einmal sehen können. Ihre Leiche wird öffentlich aufgebahrt und am 19. November 1231 in der Franziskuskapelle ihres Hospitals beigesetzt.

Als sich im November 1231 die Kunde von Wundern an ihrem Grab verbreitet, setzt Konrad von Marburg sich im Frühjahr 1232 in einem Bericht an den Papst für die Heiligsprechung der verstorbenen Landgräfin ein. Das Grab der Elisabeth kann man heute noch besuchen. Es liegt in der nach Osten ausgerichteten Elisabeth-Kirche in Marburg im Nordchor.

Sehr nett anzusehen und außerdem sozial hilfreich ist eine Illumination eines Lichtkunstwerks in Marburg unter http://www.marburg.de/webcam. Das Kunstwerk der Künstlerin Helmi Ohlhagen trägt den Namen "Siebensiebenzwölfnullsieben" und soll an die heilige Elisabeth erinnern, die in Marburg gelebt und ein Hospital gegründet hat. Der Name des etwa acht mal acht Meter großen Neonherzes am Kaiser-Wilhelm-Turm steht für das Geburtsdatum der Heiligen, die am 7. Juli 1207 geboren wurde. Wer die Telefonnummer 09005/ 77 12 07 wählt, bringt damit Licht in das Herz auf den Lahnbergen und Geld für kirchliche und soziale Projekte, wahrscheinlich ganz im Sinne von Elisabeth.

Quellen: http://www.800-jahre-elisabeth.de/ http://www.marburg.de u.a.

Wilfried Haamel