Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,

Porträt von Holger Senft.
Holger Senft

"es muss etwas passieren", steht ganz oben auf einem Blatt. Es ist der Titel eines nur wenige Seiten umfassenden Konzeptpapiers. Und dieses Papier hat es in sich. Es versteht sich selbst als "Impuls", ist nach einjähriger Konzeption an die Kirchenvorstände der evangelischen Kirchen in Offenbach verschickt worden, hat einen gut besuchten Kirchenvorstehertag nach sich gezogen und bisher zu starken Diskussionen geführt.

Warum wir das Thema im Gemeindebrief aufgreifen? Weil seine Umsetzung auch für die Lutherkirche große Konsequenzen haben würde. Inhaltlich geht es um einen Vorschlag, wie man sich als Kirche für die Zukunft rüsten sollte. Und die sieht – vor allem für die Macher des Impulspapiers – düster aus.

Der "demographische Wandel" hat nicht nur die Stadt, sondern auch die Kirchen hier vor Ort fest im Griff. "Demographischer Wandel" ist dabei eine Chiffre für Schrumpfungsprozesse auf allen Ebenen: Mitglieder, Ehrenamtliche, Gelder für Personal, etc. suchen das Weite, das heißt verlassen die Innenstadt. Nicht zuletzt steht "demographischer Wandel" auch für einen Gemütszustand – nicht wenige Hauptamtliche sind frustriert angesichts der Zukunftsprognosen für den kirchlichen Standort Offenbach. Und nicht wenige haben schon oft Anlauf genommen, innerkirchlich für mehr verbindliche Zusammenarbeit zu sorgen, haben aber alle diese Anläufe scheitern sehen.

Das Impulspapier ist dabei der neueste (und wohl tiefgreifendste) Versuch, eine bessere Zusammenarbeit zu erreichen – und zwar durch strukturelle Änderungen, für die auch in geltendes Kirchenrecht eingegriffen werden muss. Wie das nach den Vorstellungen der Planer laufen soll, lesen Sie in dieser Ausgabe. Außerdem können Sie verfolgen, was ein Befürworter und ein Kritiker des Papiers zur Sache denken.

Weil das Thema für unsere Gemeinde so wichtig ist, fallen die Interviews etwas länger aus. Schließlich möchten wir, dass Sie sich als Mitglied der Luthergemeinde selbst ein Bild von der Sache machen können. Das Titelbild unserer Ausgabe verdanken wir übrigens der freundlichen Mithilfe unserer Frauenhilfe – wie gut, dass sich was bewegt in unserer Kirche.

Außerdem finden Sie in unserer Ausgabe eine Reihe von Rückblicken – zum Beispiel auf den Besuch aus unserer Partnergemeinde in Suhl oder den Dekanatsjugendgottesdienst im Februar – und wieder viele Hinweise auf Veranstaltungen in unserer Gemeinde.

Ich wünsche Ihnen eine anregende Lektüre.

Ihr Redaktionsmitglied

Holger Senft