als Person nimmt sie der normale Gottesdienstbesucher kaum so richtig wahr. Dabei würde es ohne sie keinen Gottesdienst geben. Zumindest nicht in seiner gewohnten Form. Die Rede ist von den zahllosen Dienstleistern, die uns Sonntag für Sonntag (und den Rest dazwischen) jenes Gesamtpaket schnüren, das wir zusammen mit Glockenklang, Liturgie und Predigt gerne als "Kirche" verbuchen.
Dass sie sich mit der Rolle des schmückenden Beiwerks aber gar nicht zufrieden geben und natürlich ganz eigene Vorstellungen von ihren Aufgaben und ihrer Bedeutung haben, berichten Kirchenmusiker in der vorliegenden Ausgabe unseres Gemeindebriefs. Vielleicht kennen Sie den einen oder die andere der abgebildeten Personen auf den Umschlagseiten? Stellvertretend für die ganzen Kirchenmusiker der evangelischen Kirche in Offenbach haben sich Werner Fürst (Lauterborngemeinde), Claudia Regel (Markusgemeinde), Doris Neumann (Matthäusgemeinde), Rozana Weidmann (Stadtkirche), Prof. Dr. Jürgen Blume (Johannesgemeinde), Marcus Neumann (Matthäusgemeinde) sowie unser Dekanatskirchenmusiker Tobias Koriath für das Titelfoto ablichten lassen. Nicht ohne Hintergedanken.
Denn wir glauben, dass es an der Zeit ist, sich einmal vor Augen zu führen, welche Ballung an Kompetenz und Qualität sich unsere Kirche leistet, um Woche für Woche Ihren und unseren Bedarf an kirchenmusikalischer und geistlicher Begleitung zu stillen. Über den sonntäglichen Gottesdienst hinaus sind diese Leute auch unter der Woche für die Gemeinde im Einsatz. Und sie leisten daneben einen wertvollen Beitrag zur kulturellen Bildung in unserer Stadt – durch unzählige Konzerte. Was genau aber macht eigentlich so ein Kirchenmusiker? Das verrät Ihnen Tobias Koriath in seinem Beitrag. Und wenn Sie noch nie etwas mit Orgelmusik anfangen konnten, verraten wir Ihnen, warum wir die Pfeifen trotzdem dringend brauchen! Wer weiß, vielleicht entdecken Sie sogar Ihr Herz für unsere renovierungsbedürftige Steinmeyer-Orgel?!
Auch in dieser Ausgabe darf natürlich kein Interview fehlen. Wir haben uns gefragt, wie denn eigentlich die Stadt die kirchenmusikalische Arbeit in Offenbach beurteilt. Lesen Sie dazu das spannende Interview mit Dr. Ralph Ziegler, dem Leiter des Forums Kultur und Sport. Und auch eine Einschätzung des Landeskirchenmusikdirektors Michael Graf Münster zur kirchenmusikalischen Situation in der Lutherkirche und in Offenbach fehlt in dieser Ausgabe nicht. Wir bedanken uns bei allen Beiträgern für diese Ausgabe.
Dass Kirchenmusik übrigens auch für Profis manchmal sehr schwere Kost ist, belegt ein Versprecher aus einer Radioansage:
"Sie hören nun die h-Meß-Molle, Verzeihung, die h-Moß-Melle, ich bitte sehr um Entschuldigung, die h-Moll-Messe von Johann Sebaldrian Bach – ich häng mich auf!"
Eine störungsfreie Lektüre wünscht
Ihr Redaktionsmitglied
Holger Senft