Geindebrief:
Frau Orlamünder, sie waren jetzt seit dem Jahr 1993 im Kirchenvorstand der Luthergemeinde und seit 2003 stellvertretende Vorsitzende. Was waren für Sie die Höhepunkte in dieser Zeit, in welchem Arbeitsfeld haben Sie sich besonders gerne engagiert?
Frau Orlamünder:
Als Höhepunkte möchte ich bei weitem nicht alles bezeichnen, woran ich mich erinnere. Ereignisse waren es viele wie z. B. Ordinationen von Pfarrer(inne)n, der 90. Geburtstag der Luthergemeinde mit Festgottesdienst und Programm im Saal, Turmgottesdienste, Eröffnungsgottesdienste zu den Interkulturellen Wochen, Kirchentag in Frankfurt mit Suhler Übernachtungsgästen bei uns in der Gemeinde und einem Feierabendmahl. Der Versuch der Fusion bzw. Kooperation mit Paul-Gerhardt- und der Markusgemeinde – sehr arbeits- und zeitintensiv, leider ohne Erfolg. Gespräche bzw. auch eine Gemeindeversammlung über den Kita-Neubau mit Diakoniestützpunkt und Übergangswohnheim – auch hier konnte kein Ergebnis erzielt werden. Viele personelle Wechsel: Pfarrer/innen, Kantoren, Sekretärinnen, Küsterinnen und ein großer Personalwechsel in der Kita.
Dann 2006: Kita-Neubau, Ende 2007: Kita-Einweihung, 2008 Bauabschluss mit der Fertigstellung des Außengeländes. An die unterschiedlichsten Gemeindefeste erinnere ich mich gerne und natürlich auch an viele kleinere Festlichkeiten.
Ja, wo habe ich mich jetzt besonders gerne engagiert? Mein Tätigkeitsfeld ist vielseitig, ich habe vieles gerne getan und tue es auch jetzt noch gern. Es macht mir Freude, an der Gestaltung von Gottesdiensten mitzuarbeiten, ich organisiere und plane gerne und versuche, Festen einen erinnerungswürdigen Rahmen zu geben.
Geindebrief:
Bei den Konfirmanden haben Sie sich auch sehr engagiert.
Frau Orlamünder:
Unsere Konfirmanden liegen mir auch sehr am Herzen. Seit ungefähr drei Jahren klinke ich mich ab und zu mal in eine Konfistunde ein, um Kontakte zu den Konfirmanden zu bekommen. Durch diese Teilnahme konnte ich auch erfahren, welche außergewöhnliche Arbeitsleistung Herr Pfarrer Knödler hier bewältigt.
Geindebrief:
Frau Orlamünder, Sie werden für den neuen Kirchenvorstand leider nicht mehr kandidieren. Werden Sie sich zurückziehen oder in anderer Funktion und Form das Gemeindeleben der Luthergemeinde mitgestalten?
Frau Orlamünder:
Ich scheide aus dem KV aus, nicht aber aus der Luthergemeinde. Und so ganz ohne Luki - das geht doch gar nicht. Da ist zum Beispiel die Gruppe „Aktive Mitte“, für die Menschen ab 50+, die habe ich miterdacht und mitgegründet. Sie läuft jetzt im vierten Jahr und sie läuft gut, macht Spaß und ist eine gute Mischung aus Spiritualität, Kultur, Miteinander und Aktivität und dass das so bleibt, daran will ich weiter mitarbeiten.
Im Rahmen der Strukturreform der evangelischen Kirchen in Offenbach arbeite ich im Arbeitskreis Senioren mit und gerade weil die Strukturreform mir am Herzen liegt, werde ich mich da auch weiter einbringen. Einmal im Monat möchte ich unseren Seniorenkreis betreuen und in Richtung Kita habe ich (als enkellose Oma) auch meine Fühler ausgestreckt.
Geindebrief:
Was wollen sie den Kandidaten für den neuen Kirchenvorstand mit auf den Weg geben?
Frau Orlamünder:
Informationen sollten sie sammeln über die Gemeinde, über die Aufgaben und die Arbeit eines Kirchenvorstandes
und sich dann selbst erforschen, die eigenen Stärken entdecken und überlegen, was man besonders gut kann. Es lohnt sich immer, miteinander zu arbeiten, Kontakte zu haben. Durch diesen Dialog erfährt der Einzelne Bereicherung.
Geindebrief:
Was wollen Sie dem neuen Kirchenvorstand mit auf den Weg geben, was werden die wichtigsten Herausforderungen sein?
Frau Orlamünder:
Es wird immer neue Herausforderungen geben, vorrangig sehe ich jetzt zum Beispiel die Orgel-Renovierung und die
Förderung der Kirchenmusik und ganz sicher wird der neue KV auch noch Aufzugsangelegenheiten zu bewältigen haben.
Ein weiteres besonders wichtiges Beispiel ist die anstehende Strukturreform der Offenbacher evangelischen Kirchen. Hier gilt es, in verschiedenen Arbeitsgruppen sein Engagement, Wissen und Können einzubringen. Keiner kann die Vielzahl der Aufgaben alleine schaffen, die tragfähigsten Lösungen werden durch Teamarbeit gefunden. Mit auf den Weg geben möchte ich dem neuen KV zweierlei: ein WIR-Gefühl schafft die Zuversicht, dass gestellte Aufgaben auch
bewältigt werden und zum zweiten ist das WIR-Gefühl auch notwendig, um die getroffenen Entscheidungen nach außen wirkungsvoll zu vertreten. Das gilt auch dann, wenn die Entscheidung nicht mit der eigenen ursprünglichen Meinung identisch ist.
Geindebrief:
Was würden Sie einem Gemeindemitglied sagen, um ihn oder sie zu überzeugen, zur Kirchenwahl am 21. Juni zu gehen?
Frau Orlamünder:
Herr / Frau Müller oder Meier, sicherlich haben Sie sich schon eingehend mit der Kandidatenliste bzw. mit den zur
Wahl stehenden Personen vertraut gemacht. Ihnen fällt nun eine ganz wichtige Aufgabe zu. Mit Ihrer Stimme nehmen Sie aktiv Einfluss
auf die Arbeit des Leitungsgremiums ihrer Luthergemeinde. Ihre Stimme zählt und ist enorm wichtig.
Geindebrief:
Vielen Dank für das Gespräch.
Das Interview führten Andreas Nagel und Stefan Buch.