Am Sonntag, dem 2. Juli 1961, war es soweit, dass die Kinder mit ihren Eltern, Omas und Opas - auch viele Gemeindeglieder waren gekommen - ihr Sommerfest feiern konnten, auf das sie sich schon lange vorher gefreut hatten.
Mit den Posaunen zusammen sangen alle das schöne Lied von Paul Gerhardt: "Geh aus mein Herz und suche Freud, in dieser lieben Sommerszeit ..." Damit war schon der richtige Auftakt zu dem Sommerfest gegeben.
Herr Dekan Eckert begrüßte alle herzlich und rief die Kinder und die Erwachsen auf, zuallererst Gott zu danken, der uns den schönen Tag geschenkt hat. Er sagte besonders den Eltern, dass sie Grund zum Danken haben, da der Kindergarten eine Stätte sei, wo sie ihre Kinder geborgen und gut aufgehoben wissen, während sie ihrer täglichen Arbeit nachgehen können.
Nun zogen alle Kinder mit den lustig gemalten Schildern "Vom Regen, Sonne und Wind" (unter diesem Motto stand der Nachmittag) auf der Festwiese ein, um den Großen Ihre Spiele zu zeigen. Da standen die Kleinsten um ihre Waschwanne herum als Wäscherinnen. Die Größeren sangen und spielten "Vom Wind und Sonnenschein" - "Vom Schulzen Hoppe, der für alle Menschen denken und auch das Wetter machen kann." Die Kinder spielten das alles mit großer Freude sich selbst und den Erwachsenen. Bei der Kaffeetafel, zu der auch die Erwachsenen eingeladen waren, wird manches gute Gespräch geführt worden sein. Man hatte den Eindruck, da ist eine "große Familie" versammelt. Während die Erwachsenen noch beim gemütlichen Kaffeestündchen saßen, waren die Kinder schon wieder beim Spielen und stolz trug jeder Bub seinen Indianerstutz und jedes Mädchen ihr Kränzchen im Haar. Viel Freude bereiteten den Kindern die Rutschbahn, die als Schiff gebaut war, und all die Wettspiele und Gewinnverteilung.
Zu schnell verging der Nachmittag in froher Runde. So sangen zum Abschluss nochmals alle mit ganzem Herzen "dass wir uns hier in diesem Tal noch treffen soviel hundertmal. Gott mag es schenken, Gott mag es lenken, er hat die Gnad."
Der Kindergartenleiterin Tante Heide, ihrer Stellvertreterin Tante Waltraud sowie Tante Lissy und Tante Erika aber danken wir alle von ganzem Herzen für die gute Vorbereitung dieses schönen Festes, aber auch dem Posaunenchor für seine Mitwirkung. Er - hat sich an diesem Tag in der Matthäusgemeinde am Vormittag und am frühen Nachmittag der Luthergemeinde und anschließend der Gustav-Adolf-Gemeinde freudig zur Verfügung gestellt.
(aus "Kirchenbote für das evangelische Offenbach", Beilage zu "Weg und Wahrheit", Nummer 15, 30.7.1961)
Die Lutherkirche, die mit Treppen reichlich gesegnet ist, soll mit dem Bau eines Aufzuges einen barrierefreien Zugang bekommen. Um dieses Vorhaben auch Umsetzten zu können ist die Luthergemeinde auf Spenden zur Finanzierung angewiesen.