Eine Kirche voller Jugendlicher

Dekanatsjugendgottesdienst "Erlebnisräume zum 'Vater unser'" mit allen Offenbacher Konfirmanden

Am 02. und 03. November 2002 war die Lutherkirche voller Jugendlicher. In den "altehrwürdigen Gemäuern" herrschte buntes und turbulentes Treiben. Grund hierfür war der dekanatsweite Jugendgottesdienst, an dem sich alle Konfirmandinnen und Konfirmanden der Ev. Kirchengemeinden Offenbachs beteiligt haben. Er stand unter dem Motto "Erlebnisräume zum Vater Unser". Am Samstag Abend kamen rund 250 Besucher, meist Konfirmandinnen, Konfirmanden und andere Jugendliche. Am Sonntag besuchten dann auch zahlreiche Erwachsene den Jugendgottesdienst.

Jede Konfirmandengruppe übernahm einen Teil des Vater Unser und hat diesen in den verschiedenen Räumlichkeiten der Lutherkirche erleb- und erfahrbar gemacht. Sie machten sowohl in ihrem gestalteten Raum als auch während des Besuchens der Erlebnisräume anderer Gruppen tiefere Erfahrungen als die des ausschließlich gesprochenen Vater Unser.

Hier einige Beispiele:
Die Konfis der Luthergemeinde hatten den Teil "im Himmel" vorbereitet. Um dem Himmel nahe zu sein musste man erstmal die Treppen zum Kirchturm erklimmen und Nebel durchdringen. Die Besucher konnte mit Löffeln, an denen lange Stile befestigt waren, versuchen alleine zu essen oder sich mit den Löffeln das Essen gegenseitig zu reichen. Die Konfis aus Bieber gestalteten ihren Raum zu "sondern erlöse uns von dem Bösen". Ein Weg konnte unter der Last eines gefüllten Beuteln, alleine oder zu zweit bewältigt werden. So konnte real nachvollzogen werden, was es bedeutet belastet zu sein. Ebenso konnte erfahren werden, was es bedeutet gehalten zu sein. Ausprobiert wurde dies mit Hilfe eines Tuches und vielen, die bereit waren mit zu tragen. An einer Klagemauer konnten Karten mit belasteten Erfahrungen und Erlebnissen befestigt werden. Von den Konfis aus Bürgel wurde der Teil "denn dein ist das Reich" gestaltet. Das Böse, in einem Teil des Raumes in dunklen Farben mit Bildern grausamer Alltagsdarstellungen dargestellt, war absoluter Kontrast zum dargestellten Reich Gottes. Dieses wurde in hellen, bunten Farben mit Spiegeln für die Ewigkeit und dem ewigen Licht sichtbar.

Eingebettet war der Besuch der Erlebinsräume in einem "liturgischen Anfangs- bzw. Endteil". In diesem stellten einige Konfis das Vater Unser eindrucksvoll pantomimisch dar. Die Jugendband der Lutherkirche spielte Taizé- Lieder, die zum Mitsingen einluden und begeisterten.

Die Atmosphäre dieses unkonventionelle Gottesdienst war getragen von der Lebendigkeit, Lebensfreunde und erfrischenden Feierstimmung der Jugendlichen. Bleibt zu Hoffen, dass diese auch in die alltägliche Arbeit mit einfließt.

Ebenso bleibt zu Hoffen, dass dieser Jugendgottesdienst wieder einen Impuls für eine auch künftige verstärkte Zusammenarbeit der Offenbacher Gemeinden gegeben hat. Für die Arbeit von und mit Kindern und Jugendlichen in unserem Dekanat wäre dies dringend notwendig.

Stefan Buch