Das Gebäude der Kindertagesstätte der Evangelischen Luthergemeinde besteht aus einem umgebauten und einem neuen Gebäudeteil, die zusammen eine funktionale und architektonische Einheit bilden. Es bietet nun Platz für 110 Kinder in fünf Gruppen.
Der Architekt Prof. Heinz Buehr hat sich hierbei die Aufgabe gestellt für die Kinder einen Lebensort zuschaffen, an dem sie sich unbeschwert treffen, miteinander spielen, beten, forschen und experimentieren können.
Leitbild hierfür war der pädagogische Ansatz der Kita, der in der offenen Arbeit mit Stammgruppen in Verbindung mit dem wahrnehmungspädagogischen Teilkonzept Reggio Emilia und dem Teilkonzept Lernwerkstatt liegt. Hieraus entwickelte sich die Idee als eine kleine Stadt bzw. zumindest ein Teil davon zu planen, quasi "eine Welt im Kleinen für die Kleinen".
Das Gebäude gliedert sich in unterschiedliche Bereiche:
Dem "Haus der Gemeinschaft" mit der Piazza, die Raum für Begegnung und Kommunikation und Bewegung gibt, dem "Expertentreff" für Elterngespräche, dem "Forum" in dem die Erzieherinnen sich auf ihre Arbeit vorbereiten können. Den "Straßen" (Flur), an denen sich die Häuser für die Kinder befinden. "Beim entlang gehen öffnet sich der Blick in die dazwischen liegen Freibereiche, die Terrassen und die Gärten hinter den Häusern", so Heinz Buehr.
Die "Straße" selbst führt hinaus in die Natur zu einem großzügigen Spielbereich. Eine kleine Landschaft für Kinder u.a. mit einem Hügel, Sandkasten, großer Schaukel, kleinem Hüttendorf und Bäumen.
Das lichtdurchflutete Gebäude zeichnet sich durch seine vielen Sichtbeziehungen aus. Es bietet viele Möglichkeiten für Ein- und Ausblicke zum Außenbereich, zur Kirche, zur Sonne und zur Natur sowie Durchblicke von Gruppenraum zu Gruppenraum. "Die vielen Fenster zeigen das Äußere in Bildhaften Ausschnitten", so Heinz Buehr.
Eine große Rolle in der neuen Kita spielen Ästhetik und Wahrnehmung. Auch die Farben eines jeden Raumes habe etwas mit dem Motto bzw. dem speziellen Aktionsbereiches des Raumes zu tun. So ist z.B. der Boden der Theaterwerkstatt "theatralisch" in Rot gehalten. Im Erdgeschoss sind der Boden und die Decke, als Symbol für die Straße in Grau und die Wände als Symbol für die Nähe zur Erde Grün gehalten. Das gelbe Treppenhaus mit der großen kugelförmigen Lampe soll den Sonnenaufgang symbolisieren. Im ersten Stock ist der Boden wiederum als Symbol für die Straße in Grau gehalten. Die Wände und die Decke jedoch sind in Blau gestrichen als Symbol für die Nähe zum Himmel.
Jeder der Gruppenräume hat einen speziellen Aktionsbereich bzw. ein bestimmtes Thema als Schwerpunkt.
Die Kinder sind zwar nach Alter festen Stammgruppen zugeordnet, können sich aber auch zwischen den verschieden Räumen und deren thematische Angebote wechseln.
Zwischen den einzelnen "Häusern" befinden sich die Straßen-Cafés, wie das " Café Zitrone", das "Café Karotte" oder das " Café Hellblau". Hier frühstücken und essen die Kinder zu Mittag. Im ersten Stock befindet sich das "Café Luther". Dort haben die Eltern die Möglichkeit sich hinzusetzten, einen Kaffee zu trinken oder sich in Ruhe mit anderen Eltern zu unterhalten.