Die Glocken zur neu erbauten Lutherkirche stammten aus Apolda in Thüringen von der Glockengießerei Schilling. Sie wurden am Nachmittag des 28. April 1913 auf geschmückten wagen von der Bahn abgeholt. Erstmals läuteten sie am Abend des 17. Oktober und am Nachmittag des 18. Oktober 1913 zusammen mit den Glocken aller Offenbacher Kirchen anlässlich der Jahrhundertfeier der Völkerschlacht bei Leipzig.
Wie bei vielen anderen Kirchen, so mussten auch die Glocken der Lutherkirche im Jahr 1917 wieder vom Turm genommen werden, um als Kriegsmaterial Verwendung zu finden.
Im Laufe der zwanziger Jahre hatten die beiden Gemeinden der Lutherkirche ein neues Geläut aus drei Glocken finanziert, das ab 1927 seinen Dienst versah. Jedoch mussten die beiden großen nach zwölf Jahren, zu Beginn des zweiten Weltkrieges, wieder den Weg ihrer Vorgängerinnen auf sich nehmen.
Im Jahr 1952 wurde dann das Geläut der Lutherkirche durch Spenden der Glieder beider Luthergemeinden wieder auf drei Glocken ergänzt. Die Glocken tragen wie schon 1914 als Inschrift den Anfang dreier Lutherlieder. Die noch von 1927 verbliebene kleinste Glocke, die als Gebetsglocke dient, trägt die Inschrift: "Vater unser im Himmelreich" (Ton a). Die neue mittlere Glocke hat die Inschrift "Erhalt uns Herr bei deinem Wort" (Ton g) und die große Glocke (Ton e) trägt das Lied "Aus tiefster Not schrei ich zu dir". Das Geläute ist auf das Tedeum-Motro abgestimmt passend zum Geläute der Friedenskirche.
Das Geläute der Glocken der Ev. Lutherkirche Offenbach ist auf den Internetseiten des Hessischen Rundfunks zu hören.