Aufzug ist da

Barrierefreier Zugang zur Lutherkirche

Nach langem diskutieren, Spenden sammeln, verhandeln mit dem Denkmalschutz, planen und bauen ist es nun soweit: die Evangelische Lutherkirche Offenbach hat einen Aufzug. Mit ihm erhalten nun Besucher von Gottesdiensten und Konzerten einen barrierefreien Zugang zum Gottesdienst-Raum im 1. Stock der Lutherkirche. Seit Mitte Dezember 2011 kann der Aufzug nun benutzt werden. Am 5.2.2012 wird der Aufzug im Rahmen des Gottesdienstes mit Jahresempfang der Offenbacher Kantorei dann offiziell "eingeweiht" und gefeiert.

Eingebaut wurde der Aufzug in den rechten Konfirmandensaal (auch als "Hausaufgabenhilfenraum" bekannt) und kommt im 1. Stock im Foyer vor dem Kirchenraum an. So können die Besucher, die mit dem Aufzug fahren, wie alle die über die Treppen im Haupttreppenhaus hoch gehen, den Haupteingang in den Kirchenraum benutzten. Dieser Aspekt spielte bei der Auswahl des Standortes des Aufzuges für den Kirchenvorstand der Luthergemeinde eine sehr große Rolle. Die Nutzer des Aufzuges sollten den Kirchenraum nicht über einen Hintereingang betreten bzw. befahren müssen.

Verbunden mit der Entscheidung für den Standort des Aufzug hat sich im Laufe der Zeit auch die Idee weiterentwickelt: War erst nur angedacht den Gottesdienst-Raum im 1. Stock der Lutherkirche mit dem Aufzug zu erschließen, werden jetzt auch die Räumlichkeiten der Zwischenetage, die derzeit als Besprechungszimmer genutzt werden, mit dem Aufzug angefahren. Im Laufe des Jahres wird dort das Gemeindebüro angesiedelt werden. So wird dann auch das Gemeindebüro barrierefrei erreichbar sein. Ebenso besteht die Möglichkeit, bei Bedarf, zu einem späteren Zeitpunkt die Pfarrdienstwohnung sowie die darüberliegenden Etagen der Lutherkirche mit dem Aufzug zu erschließen.

Allerdings liegt der Eingang des Aufzuges nicht auf Straßenniveau, so dass noch die wenigen Stufen vom Bürgersteig ins Foyer im Erdgeschoss der Lutherkirche überwunden werden müssen.
Für Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrer gibt es über den Parkplatz im Hof der Lutherkirche durch den Torbogen einen ausgeschilderten barrierefreien Weg über zwei Stahlrampen in das Foyer ins Erdgeschoss zum Aufzug. Für Besucher des Gemeindebüros wird am Eingang zum Torbogen eine Klingel mit Gegensprechanlage vorhanden sein. Die Gemeindesekretärin wird beim Befahren der Rampen gerne behilflich sein.

Auf dem Parkplatz der Lutherkirche sind nun auch zwei Stellplätze speziell als Behinderten-Parkplätze ausgewiesen worden.

Der Einbau des Aufzuges in das fast 100jährige Gebäude bedeutet also eine Aufwertung für die zukünftige Nutzung der Lutherkirche in der Waldstraße. Er ist für die Luthergemeinde aber auch ein deutliches Zeichen: Alle Menschen sind in der Lutherkirche willkommen. Auch Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrer, andere Menschen mit Gehbehinderung, Eltern mit Kinderwagen oder einfach Leute, die nicht mehr gut die Treppen steigen können. Die zahlreichen Treppen in den Gottesdienst-Raum und das Gemeindebüro werden in Zukunft kein Hindernis mehr darstellen.

Die Evangelische Luthergemeinde will mit dem Aufzug einen kleinen Beitrag zu einer inklusiven Gesellschaft leisten, in der alle Menschen in ihrer Individualität und Vielfalt sowie mit ihren Stärken und Schwächen anerkannt und wertgeschätzt werden.
In einer inklusiven Gesellschaft, wie sie in der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen inklusiven Gesellschaft beschrieben wird, muss sich nicht (mehr) der behinderte Mensch anpassen, um am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu können. Stattdessen muss sich die Gesellschaft anpassen. Sie muss ihre Strukturen so anpassen, dass allen Menschen eine ungehinderte und barrierefreie Teilhabe für alle Lebensbereiche ermöglicht wird. Inklusion bedeutet davon auszugehen, dass alle Menschen unterschiedlich sind und dass jede Person in der Gesellschaft mitgestalten und mitbestimmen darf. Eine inklusive Gesellschaft bezieht behinderte Menschen mit ihren Bedürfnissen von Anfang an selbstverständlich und gleichberechtigt ein. Ein zutiefst christliches Bild von Gesellschaft und Gemeinde, in der alle Menschen in ihrer Individualität und Vielfalt sowie mit ihren Stärken und Schwächen anerkannt und wertgeschätzt werden.

An dieser Stelle sei noch mal Allen gedankt, die durch ihren Einsatz und ihr Engagement und/ oder durch Spenden dazu beigetragen haben, dass das Projekt Aufzug in der Lutherkirche Wirklichkeit wurde.