Im Karfreitagsgottesdienst der Ev. Luthergemeinde am 10. April 2009 um 10.00 Uhr wird Kammermusik zu hören sein. Es wird von Johann Gottlieb Janitsch (17098-1763) das Quartett in g-moll nach dem Choral "O Haupt voll Blut und Wunden" erklingen. Janitschs Werke entsprechen dem galanten und empfindsamen Stil der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Die Predigt hält Pfarrer Ulrich Knödler. Dekanatskirchenmusiker Tobias Koriath musiziert mit Instrumentalisten, die unter anderem an der Frankfurter Oper tätig sind.
Durch die Konzentration der evangelischen Predigt auf die Bedeutung des Erlösungswerkes Christi (Solus Christus) und die Theologie des Kreuzes entwickelte sich der Karfreitag in der Zeit der Lutherischen Orthodoxie zum wichtigsten Feiertag in den evangelischen Landeskirchen - eine Bedeutung, die er bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts beibehielt. Im Zentrum der Feier stand dabei die Betrachtung der Passionsgeschichte durch Predigt, Gebet und Lieder. In den von Johannes Bugenhagen verfassten norddeutschen Kirchenordnungen war festgelegt, dass die von ihm zusammengestellte Passionsharmonie am Karfreitag zu verlesen sei. Ein weiteres wichtiges Element der betrachtenden Vergegenwärtigung war die Kirchenmusik in der Gestalt von Passionschorälen wie O Haupt voll Blut und Wunden von Paul Gerhardt.