Die Theatergruppe Die Neu-Rosen präsentieren eine szenische Lesung von "Wenn Du geredet hättest, Desdemona - ungehaltene Reden ungehaltener Frauen". Aufgeführt wird das Stück am Samstag, 8 März 2008 um 20.00 Uhr in der Lutherkirche. Der Eintritt kostet sieben, ermäßigt fünf Euro.
Wer verstanden werden will, muss sich verständlich machen. So viele Reden berühmter Männer sind überliefert. Hatten deren Frauen nichts zu sagen? Christine Brückner überlegte sich, welche Reden sie gehalten haben könnten. Die Neu-Rosen greifen diese zornigen, rebellischen Reden berühmter Frauen aus Literatur und Geschichte auf und zeigen damit ihr neues Gesicht - viel Weiblichkeit, Mut zur Aussprache, die Verbindung von bildender Kunst und Drama.

Von der romantischen Jugend bis ins abgeklärte Alter; von der ewigen Treue bis zur Hurerei, vom Terrorrismus bis zum unerschütterlichen Glauben an das Wort Gottes reicht die Spannweite der Themen dieser Frauenmonologe.
"Wenn du geredet hättest, Desdemona. Die letzte Viertelstunde im Schlafgemach des Feldherrn Othello"; "Du irrst, Lysistrate! Die Rede der Hetäre Megara an Lysistrate und die Frauen von Athen"; "Triffst du nur das Zauberwort. Effi Briest an den tauben Hund Rollo"; "Kein Denkmal für Gudrun Ensslin. Rede gegen die Wände der Stammheimer Zelle"; "Bis du sicher, Martinus? Die Tischreden der Katharina Luther, geborene von Bora".
Die vermeintlich altbekannten Gesichter bekommen ein neues Profil, wollen verstanden und gehört werden. Und Megara zeigt mit den Worten "Wir sollen Männerrollen im Krieg und Frauenrollen im Frieden spielen. Wie das? Saht Ihr denn Männer je in Weiberrollen?" wie aktuell selbst die Antike ist, dass die Auseinandersetzung miteinander ein Thema für jedes Geschlecht, jede Generation ist. In frauenbewegteren Zeiten als der heutigen geschrieben, haben die Reden dieser Frauen doch nichts an Aktualität verloren.
Seit mehr als fünf Jahren ergründet die Offenbacher Theatergruppe Die Neu-Rosen die Fragen des Lebens auf "spielerische" Weise. Begegnung, Prägung, Überlebenskampf, Grenzen sind immer wieder Themen, welche die Gruppe bewegen. Als Amateurtheater unter der Leitung und Regie von Sarah C. Baumann begann alles mit Woody Allans "Tod", führte z.B. über Eve Enslers "Vagina Monologe" und endete zunächst mit Arthur Schnitzlers "Reigen".