Austellung "Wohnungslose im Nationalsozialismus"

Zum Gedenken an die wohnungslosen Männer und Frauen, die in der Zeit der nationalsozialistischen Diktatur als sogenannte "Asoziale" verfolgt worden sind, wird das Diakonische Werk Offenbach-Dreieich-Rodgau, vom 4.11.2011 bis zum 11.11.2011 jeweils von 10.00 bis 14.00 Uhr eine Ausstellung der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe e.V. in der Teestube (Gerberstraße 15, 63065 Offenbach), ihrer Einrichtung der Wohnungslosenhilfe in der Stadt Offenbach, zeigen. Die Vernissage mit einem kurzem Einführungsvortrag findet am 04.11.2011 um 17.00 Uhr in der Teestube statt. Um Anmeldung zur Vernissage wird unter der E-Mail Adresse Sozialdienst@diakonie-of.de gebeten.

Die Ausstellung soll an Menschen erinnern, die als sogenannte Asoziale während der NS Diktatur verfolgt und in Konzentrationslager eingeliefert wurden. Wie viele Bettler und Landstreicher, ab 1938 auch als "Nichtsesshafte" bezeichnet, in Konzentrationslager eingeliefert wurden, lässt sich nicht genau feststellen. Experten schätzen die Zahl auf über 10.000. Häftlinge aus der Kategorie der sogenannten "Asozialen" blieben in Ost- und Westdeutschland von Entschädigungszahlungen ausgeschlossen. Erst in den letzten Jahren sind Entschädigungszahlungen in einigen Bundesländern über Härterfallregelungen möglich. Für die Überlebenden dürfte dies in der Regel zu spät gewesen sein: Das durchschnittliche Geburtsjahr der 1938 bei der "Aktion Arbeitsscheu Reich" Verhafteten war 1900.

Auf mehreren Bannern werden mittels Faksimiles, Fotos und kommentierenden Texten u.a. folgende Themen dargestellt: Weltwirtschaftskrise, Bettlerrazzia 1933, Kontrolle und "geordnetes Wandern", "Aktion Arbeitsscheu Reich".

Die Konzeption, die Recherchen und die Texte stammen von Wolfgang Ayaß (Kassel), die grafische Gestaltung übernahm Hans-Georg Vogt (Bielefeld).