Chöre überwinden Stadtgrenze

Großes Chor- und Sinfoniekonzert anlässlich des Mendelssohn-Jahres 2009 mit der Offenbacher Kantorei und der Evangelischen Kantorei Unterliederbach-Höchst

Musik verbindet Menschen, auch Frankfurter und Offenbacher. Die Offenbacher Kantorei und die Evangelische Kantorei Unterliederbach-Höchst präsentieren anlässlich des Mendelssohn-Jahres 2009 Werke für Chor und großes Orchester von Mendelssohn, den die internationale Musikwelt in diesem Jahr besonders feiert. Mendelssohn vertonte Texte beider Konfessionen. Propsteikantor Hartmut Keding aus Frankfurt und Offenbachs Dekanatskirchenmusiker Tobias Koriath haben daher ein ökumenisches Programm zusammengestellt.

Im Zentrum steht die große Vertonung der Fronleichnamssequenz Lauda Sion für Solisten, Chor und Orchester, welches Mendelssohn während der Arbeit am "Elias" komponierte. Davor erklingt die berühmte Reformations-Sinfonie, in der im letzten Satz das bekannte Lutherlied "Ein feste Burg" bearbeitet wird. Eingerahmt werden die beiden Werke von der Hymne für Sopran, Chor und Orchester sowie der Choralkantate "Verleih uns Frieden", die zu den schönsten Werken der geistlichen Vokalmusik von Mendelssohn gehören.

Die Konzerte finden am Samstag, den 28. Februar 2009 in Offenbach in der Ev. Markuskirche (Obere Grenzstr. 82) und am Sonntag, den 1. März 2009 in Frankfurt-Unterliederbach in der Stephanuskirche (Liederbacher Str. 36b) statt. Die Aufführungen beginnen jeweils um 18.00 Uhr.

Musikalisch begleitet werden die Chöre durch die Solisten Anna Gann (Sopran), Diana Schmid (Alt), Daniel Jenz (Tenor) und Christian Palberg (Bass) sowie das Heidelberger Kantatenorchester. Die Leitung teilen sich die beiden Chorleiter Hartmut Keding und Tobias Koriath.

Karten zu 14,- Euro / 11,- Euro / 8,- Euro (Ermäßigung 2,- Euro für Schüler, Studenten, Behinderte, Arbeitslose) gibt es an der Abendkasse oder im Vorverkauf (Offenbach: InfoCenter, Salzgässchen 1, Ringcenter, Odenwaldring 70; Unterliederbach: Gemeindebüro, Liederbacher Str. 36b, Telefon: 069-316971).

Die Hymne "Hör mein Bitten" (1844) ist eine Komposition, in der Mendelssohn im raschen Wechsel zwischen Sopran-Solo und Chor die verzagte Seele des Betenden im Kampf mit dem Heer der Feinde wie in einem Albtraum schildert. Sie wurde von Mendelssohn kurz vor seinem Tod 1847 meisterhaft orchestriert.

Die 5. Sinfonie schrieb Mendelssohn aus Anlass der 300. Wiederkehr der "Augsburger Konfession". Ihren Namen erhielt sie aufgrund des Schlusssatzes, der eine Art sinfonische Fantasie über "Ein feste Burg ist unser Gott" darstellt.

Für die Vertonung der Fronleichnamssequenz "Lauda Sion" stand Cherubini Pate, das Werk entstand ein Jahr vor Mendelssohns Tod während der Arbeit am "Elias". Der Text entstammt einer lateinischen Sequenz von Thomas von Aquin. Besonders sympathisch an diesem Stück ist der Verzicht auf die obligatorische Schlussfuge - stattdessen endet es in einem schwungvollen und doch lyrischem Wechselgesang zwischen Solisten und Chor.

Die Choralkantate "Verleih uns Frieden gnädiglich" hat auch R. Schumann beeindruckt: "Das kleine Stück verdient eine Weltberühmtheit und wird sie in Zukunft erlangen."

Zum wiederholten Male geht die Offenbacher Kantorei eine Kooperation mit einem Chor ein, das erste Mal allerdings mit Frankfurt. Erfolgreich fanden in der Vergangenheit beispielsweise Konzerte mit der Heusenstammer Kantorei statt. Im Sommer diesen Jahres kooperiert der Chor mit dem Sinfonieorchester der Partnerstadt Mödling in Österreich.