Die Dekanatssynode des Evangelischen Dekanates Rodgau hat auf ihrer Tagung am 10.3.2007 die Wahl eines Nachfolgers oder Nachfolgerin, der aus Altersgründen im April ausscheidenden Dekanin Jutta Jürges-Helm wieder von der Tagesordnung abgesetzt. Wegen unterschiedlicher Auffassungen hinsichtlich des komplizierten Ausschreibungs- und Wahlverfahrens votierte eine Mehrheit der Kirchenparlamentarier aus den 17 evangelischen Kirchengemeinden des Mittel- und Ostkreises Offenbach dafür, die Wahl von der Tagesordnung zu nehmen. Hintergrund ist eine aus Sicht einiger Synodaler offene verfahrenstechnische Frage: In der Beschreibung des Wahlverfahrens ist von einem "Einvernehmen" über die Kandidatenliste die Rede, welches die Kirchenleitung der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) und der Vorstand des Dekanats erzielen müssen, bevor eine Wahl stattfinden kann. Die Frage, wie dieses Einvernehmen zustande kommt, ist bisher nicht weiter ausgeführt, war aber Gegenstand der sachlichen Diskussion unter den Mitgliedern des Kirchenparlaments.
Pröpstin Gabriele Scherle, die als Vertreterin der EKHN an der Synode teilnahm, sagte zu, sich dafür einzusetzen, dass die Fragen der Synodalen rechtzeitig zum zweiten Wahlanlauf geklärt werden. Ein Termin dafür steht noch nicht fest. Für die ab Mai zu erwartende Vakanz wird der stellvertretende Dekan, Pfarrer Frithjof Decker aus Urberach, die dem Amt obliegenden Geschäfte weiterführen. Damit hatte der Synodalvorstand aber ohnehin gerechnet - denn alle drei zur Wahl stehenden Bewerberinnen und Bewerber arbeiten zurzeit in einem Gemeindepfarramt und hätten das Dekans-Amt wohl ohnehin nicht nahtlos übernehmen können.
Weiterhin verabschiedete die Synode den Finanzhaushalt des Dekanats für das laufende Jahr: Er schließt ausgeglichen bei rund 1.150.000 Euro und kommt ohne eine Entnahme aus den Rücklagen aus. Der eindeutige Schwerpunkt darin ist die Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Familien, die über 50 Prozent der erwarteten Ausgaben ausmacht.
Den Urberacher Synodalen Herbert Schäfer wählte die Dekanatssynode als vertretendes Mitglied in die Kirchensynode der EKHN .
Zudem verabschiedete der Dekanatssynodalvorstand die seitherige Gleichstellungsbeauftragte des Dekanats, Angelika Baus aus diesem Dienst. Ihr folgt Heidemarie Ernst, die nach einer Reform der Stellenzuschnitte seit Anfang des Jahres mit einem halben Dienstauftrag für Gleichstellungsfragen in den Dekanaten Offenbach, Dreieich und Rodgau zuständig ist. Mit einer weiteren halben Stelle arbeitet sie als Bildungsbeauftragte des Dekanats Rodgau und als Referentin der Evangelischen Familienbildung in Langen.