Die 9. Vollversammlung der Evangelischen Jugend in Hessen und Nassau e.V. (EJHN) tagte vom 18.bis 19.3.2006 in der Evangelischen Jugendbildungsstätte Kloster Höchst im Odenwald. An ihr nahmen über 120 Delegierte und Interessierte Jugendliche und junge Erwachsene aus insgesamt 36 Dekanaten teil. Parallel zur Vollversammlung fand am 18.03. die Konferenz der DekanatsjugendreferentInnen des Fachbereichs für Kinder- und Jugendarbeit im Zentrum Bildung der EKHN statt. Viele der Programmteile wurden in Kooperation durchgeführt.
Den Einstieg in die Vollversammlung bildete ein Referat von Pfarrerin Mechthild Bangert, ehemalige Leiterin des Studienzentrums Josefstal zum Thema "Wartet nicht auf bess’re Zeiten – Jugendarbeit mit Visionen".
Im Anschluss daran arbeiteten die Anwesenden in insgesamt sieben Workshops. Unter anderem wurde das Thema "Evangelische Jugendarbeit bildet" aufgegriffen. Weiterhin wurden Ergebnisse zu den Themen Gentechnik sowie schulbezogene Kinder- und Jugendarbeit in den Workshops erarbeitet.
Ausgehend vom Impulsreferat teilte die Vollversammlung, in einem einstimmigen Votum, ihre Befürchtungen hinsichtlich der zukünftigen Entwicklung der Jugendarbeit in der EKHN mit. Kinder und Jugendliche brauchen gegenüber sich selbst, anderen und Gott eine inhaltliche Orientierung, um eigene Standpunkte entwickeln zu können. Gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen schaffen Ehrenamtliche und Hauptberufliche durch Projekte, Aktionen, Gruppen- und Freizeitaktivitäten eine Vielzahl von Gestaltungs-, Begegnungs-, Orientierungs- und Spielräumen. Eine weitere Gewährleistung dieser Punkte und eine zukünftige Sicherung der aktuellen Standards setzt den Erhalt der bestehenden finanziellen, personellen und strukturellen Ressourcen voraus.
Aus verschiedenen Propsteien wurde der innerkirchliche Prozess zur Revision der Jugendordnung sehr kritisch gesehen. Die Vollversammlung bestärkte den Vorstand mit einer einstimmigen Entscheidung darin, dieses Thema weiterhin zu verfolgen und die Delegierten über Neuerungen zu informieren. Der Vorstand wurde beauftragt im Falle einer drohenden Verschlechterung der Situation für die evangelisch getragene und verantwortete Kinder- und Jugendarbeit eine außerordentliche Vollversammlung einzuberufen, um kurzfristig auf neue Situationen reagieren zu können.
Außerdem forderte die Vollversammlung den Vorstand dazu auf, sich für ein Antragsrecht der Jugenddelegierten in der Kirchensynode der EKHN einzusetzen. Diese verfügen dort derzeit nur über Rederecht. Dieser Antrag ist ein erster Schritt bei der Umsetzung der "Aktionsvorschläge für eine kinder- und jugendgerechtere Kirche", welche die EJHN zu Beginn des Jahres veröffentlichte.
Des weiteren wählte die Vollversammlung in einer Nachwahl Steffen Antel als Vertreter für die Propstei Starkenburg in den Vorstand. Diese Vorstandsposition war bei den Wahlen im vergangenen Herbst vakant geblieben. Steffen Antel wurde mit viel Beifall begrüßt und ihm viel Erfolg bei der Durchführung dieser neuen Aufgabe gewünscht.
Die Vollversammlung der Evangelischen Jugend in Hessen und Nassau e.V. ist das höchste beschlussfassende Vertretungsorgan der kirchlich getragenen und verantworteten Arbeit von und mit Kindern und Jugendlichen in der EKHN. Die Delegierten aus den Dekanaten vertreten damit die rund 170 hauptberuflichen und ca. 26.000 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Ev. Jugend in Südhessen und im östlichen Rheinland-Pfalz.