Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) hat ihren Haushalt für 2005 offiziell mit einem Volumen von 456.292.033 Euro abgeschlossen, das sind knapp 4 Millionen Euro mehr als vorgesehen.
Die Einnahmen aus Kirchensteuer betrugen 360.182.592 Euro. Das waren 22 Millionen Euro mehr als erwartet und 12,8 Millionen mehr als im Vorjahr. Aufgrund der positiven Entwicklung der Einnahmen konnte das Haushaltsjahr nicht, wie erwartet, mit einem Defizit von 20,4 Millionen Euro sondern mit einem kleinen Überschuss in Höhe von 1,9 Millionen Euro abgeschlossen werden.
Die überraschend positive Entwicklung der Finanzen ist nach Auskunft von Finanzdezernent Heinz Thomas Striegler kein Beleg für eine langfristige Entspannung der finanziellen Lage. Die Mehreinnahmen gingen auf zeitlich befristete Sondereffekte bei der Kircheneinkommensteuer zurück. Sie würden mit dem Jahr 2007 enden. Langfristig hält Striegler an seiner Finanzplanung fest der zufolge jährlich mit einem Rückgang von einem Prozent der Kirchensteuer, das entspricht etwa 3,5 Millionen Euro, zu rechnen ist. Die EKHN werde deshalb ihren Sparkurs und ihre Prioritätendebatte fortsetzen.
In den Jahren 2003 und 2004 hatte die EKHN ihren Haushalt nur mit Hilfe von Rücklagenentnahmen ausgleichen können. Das waren 14,3 Millionen Euro in 2003 und 17,2 Millionen in 2004. Daraufhin hatte die Synode ein Sparpaket beschlossen, dessen Ziel es ist, wieder strukturell ausgeglichene Haushalte zu haben.