Kirchenpräsident Dr. Volker Jung hat am 1.10.2009 in Frankfurt den Förderpreis Gemeindebrief 2009 der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) überreicht. Den mit 1.500 Euro dotierten Hauptpreis nahm die Redaktion des Gemeindebriefes der Evangelischen Kirchengemeinden Lauterbach und Heblos im Dekanat Vogelsberg entgegen. Sechs zweite Preise, die jeweils mit 500 Euro dotiert sind, erhielten die Gemeindebriefe der Kirchengemeinde Hitzkirchen Burgbracht - Hitzkirchen und Helfersdorf - Kefenrod, der Christuskirchengemeinde Bad Vilbel, der Luthergemeinde Mainz, Kirchengemeinde Rossdorf, Kirchengemeinde Ober-Ramstadt und der Kirchengemeinde Bad König.
Insgesamt hatten sich 114 Redaktionen mit gültigen Einsendungen beworben. Die Jury vergab nicht nur die sieben Hauptpreise sondern sprach weiteren 15 Redaktionen eine Anerkennung für fachlich gute Arbeit aus und verlieh ihnen das Prädikat "ausgezeichnet".
Zu diesen 15 Gemeindebriefen gehört auch der Gemeindebrief der Evangelischen Luthergemeinde Offenbach. Stefan Buch nahm, stellvertretend für die Gemeindebriefredaktion die Auszeichnung entgegen.
Für die Jury hob Christian Weise das insgesamt hohe gestalterische Niveau hervor. Es sei in den vergangenen Jahren erheblich gestiegen. Nun sei es Zeit, sich stärker den Inhalten zuzuwenden. Den Gemeindebriefredaktionen riet er, das gesellschaftliche Umfeld stärker einzubeziehen, also den Blick von außen und nach außen zu erweitern.
Kirchenpräsident Jung bezeichnete die Gemeindebriefe als "einziges Kontaktmedium, das nahezu alle Mitglieder erreicht". Mit dem Gemeindebrief stelle sich eine Gemeinde dar und vor. Wörtlich sagte er: "Der Gemeindebrief kommt aus dem Herzen der Gemeinde und enthält alle wichtigen Informationen der Kirche vor Ort. Er macht Lust auf Gemeinde und lädt zur Teilnahme ein." Jung überbrachte für die Kirchenleitung den Dank und die Anerkennung nicht nur für die Ehrenamtlichen in den Redaktionen sondern auch für die ehrenamtlichen Austräger.
Festredner der Preisverleihung war Staatsekretär Dirk Metz, Sprecher der hessischen Landesregierung. Politik und Kirche hätten zwar unterschiedliche Aufgaben in der Gesellschaft, aber dabei doch eine kommunikative Gemeinsamkeit. Beide versuchten, Botschaften an den Mann und die Frau zu bringen. Das, so führte Metz aus, werde immer schwieriger, denn die Menschen litten heute an einer "medialen Überflutung". Sie reagierten mit Gleichgültigkeit. "Wir stoßen auf taube Ohren". Die Auflagen der Zeitungen seien in 25 Jahren um ein Viertel gesunken, die Zahl der Fernsehkanäle, die nur für ein speziell interessiertes Publikum sendeten, steige ständig. Im Zuge der Individualisierung konzentrierten sich viel Menschen auf einzelne Themen. Das habe für die Gesellschaft erhebliche Folgen. Angesichts dieser Entwicklung bezeichnete Metz die Gemeindebriefe als "ein richtiges Stück Medienmacht", denn ihnen gelinge etwas, "was ansonsten eigentlich nur dem Fußball gelingt: Sie erreichen Junge und Alte, Arme und Reiche, Stadt und Land".
Der Förderpreis Gemeindebrief der EKHN ist mit 5.500 Euro der höchstdotierte Preis seiner Art. Er wird alle zwei Jahre verliehen, in diesem Jahr zum siebten Mal. Kriterien bei der Auswahl sind Originalität, Themenvielfalt, Aktualität, journalistische Darstellungsformen, überschaubares Layout, Druckqualität und Verwendung des Facettenkreuzes. Eine Jury, zu der Journalisten aus dem kirchlichen und dem säkularen Bereich sowie Förderer der Idee gehören, prämiert Redaktionen, die mit ihrem Gemeindebrief bewusst nach Qualität streben.