Die erste Denkschrift der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) zum Thema Armut wurde am 11. Juli 2006 in Berlin der Öffentlichkeit vorgestellt. Der Vorsitzende des Rates der EKD, Bischof Wolfgang Huber, und der Vorsitzende der Kammer für soziale Ordnung der EKD, Professor Gert G. Wagner haben in die im Gütersloher Verlagshaus erschienene Denkschrift eingeführt.
"Armut in einem reichen Land ist mehr als nur eine Herausforderung, sie ist ein Skandal," sagte Huber vor Journalisten. Die evangelische Kirche nehme auf vielfältige Weise Anteil an dem Schicksal einer wachsenden Anzahl von Menschen, die unter materieller Not leiden. Gleichzeitig registriere die Kirche mit Besorgnis das Ansteigen versteckter Formen von Armut, die ein weiteres "Armutsrisiko" produzierten. In der Denkschrift werde betont, "dass Armut weit mehr als ein Mangel an Einkommen ist," zeigte Professor Gert G. Wagner. Unfreiwillige Armut sei ein Symptom für unzureichende Teilhabe am gesellschaftlichen Leben in vielen Dimensionen.
Die Denkschrift "Gerechte Teilhabe. Befähigung zu Eigenverantwortung und Solidarität" gibt Anstöße zur engeren Verzahnung von Sozial-, Bildungs- und Arbeitsmarktpolitik, aber auch zur Umgestaltung des Verhältnisses von Sozial- und Wirtschaftspolitik. Ebenso werden auf den 80 Seiten die Handlungsmöglichkeiten von Kirchengemeinden und diakonischen Einrichtungen beschrieben.
"Gerechte Teilhabe. Befähigung zu Eigenverantwortung und Solidarität. Eine Denkschrift des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland zur Armut in Deutschland" ist erschienen im Gütersloher Verlagshaus (ISBN-13: 978-3-579-02385-4) und zum Preis von 4,95 Euro im Buchhandel erhältlich.