"Wir sind auf froher Wanderung und möchten was seh´n!"

Gruß einer "Ehemaligen" Helferin und Teilnehmerin aus der Jugendarbeit "Luther-Süd" zum 90-jährigen Jubiläum der Lutherkirche

Meine liebe Luthergemeinde, Sehr geehrte, lieber Herr Knödler, liebe Frau Orlamünder, liebe Frau Weber!

Von Frau Buch, mit der ich über Jahrzehnte aus der gemeinsamen Jugendarbeit der 50-iger Jahre befreundet bin, habe ich schon lange den Termin ihres großen Gemeindefestes erfahren. Von ihr habe ich auch den Gemeinde-Jubiläumsbrief und einige vorhergehende Ausgaben geschickt bekommen, die ich sehr ansprechend, informativ und wegweisend finde. Ich hatte gehofft, trotz meiner gesundheitlichen Probleme, dennoch an den Feierlichkeiten teilnehmen zu können und danke auch sehr herzlich für die Einladung dazu. Doch leider - und es fällt mir als "Offenbacher Mädche", das in der Lutherkirche 1927 getauft wurde und dort später Heimat fand, wirklich net leicht! - nun doch absagen zu müssen.

Pfarrer Friedrich Eckert warb um Mitarbeiter in der Jugend- und Kindergottesdienstarbeit , u.a. meldeten sich Hanni Bauer, Marianne Seeger, Irmgard von der Haydt, Edith Wollmann (Buch) und einige andere, ebenso entstanden auch getrennt - Jungengruppen mit Ottomar Heß, Helmut Clement, Theo Nagel. Es waren zunächst Jungschargruppen (10 - 14 Jahre), danach konfirmierte Jugendgruppen. Die Jugendgruppen trafen sich jede Woche 1- 2 mal in Gruppenstunden mit Bibelarbeiten, aber Singen, Sport (z.B. Tischtennis), Basteln, Ausflüge und Freizeiten für die Jugend kamen nicht zu kurz.

Lohnendes Ziel mit vielen Möglichkeiten zum Wandern war u.a. für die weibliche Jugend in Zwingenberg/ Bergstr. das Haus Orbishöhe. Von einer solchen Fahrt stammt auch der Liedvers: "Wir sind auf froher Wanderung und möchten was seh´n! Drum setzen wir den Fuß geschwind auf "Zwingenberger Höh´n. Wir haben manchen Berg errannt und werden niemals müd!! Sind überall im Land bekannt als: Jugend Luther Süd." Wir fuhren des öfteren sogar als Radgruppe hierhin; ebenso auf die Ronneburg bei Büdingen. Der "Burgvater", Bruder Rautenbach, gehörte als Diakon der Bruderschaft Nazareth/Bethel an. Er führte ein strenges Regiment, aber die Treffen dort hatten immer Atmosphäre und durch die "Burgmutter" lernten wir viele neuere und Mehrstimmige Lieder kennen, auch das gerade erschienene Liederbuch "Neues Lied". Ein sehr beliebtes Lied wurde "Noch hinter Berges Rande steht braun der Abendschein, da hüllen sich die Lande in ihre Schatten ein ..." Der Burgvater hielt gute Andachten und Bibelarbeiten, aber auch Sonntagsgottesdienste. Als die Ronneburg an den Fürst zurück gegeben werden mußte, kam die Burg Hohensolms bei Wetzlar auf den Plan.

Gemeindefeste, Busfahrten und Gemeindefreizeiten fanden regelmäßig statt und man hatte auch viele Freude am Theaterspielen. So pulsierte das Leben, wuchs die Gemeinschaft und aus den ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen Hanni Bauer, Irmgard von der Haydt und Marianne Seeger wurde im Laufe der Jahre ein unzertrennliches Trio, das sich aber eins Tages durch Heirat räumlich trennen mußte.

Anläßlich meiner Heirat mit einem Nazareth-Diakon aus Bethel, der aber auch ein Hesse ist, zog ich nach Bethel, Tochteranstalt Eckardtsheim in der Sennelandschaft (heute Sennestadt). Leider wurde mein Mann im Oktober 1995, in Folge von Herzinfarkten plötzlich heimgerufen.

Ich wünsche Ihnen, als eine, die ein Stück ihres Herzens in der Luki gelassen hat, nicht nur ein wunderbares und fröhliches Fest. Möge die Luthergemeinde durch ihre Pastoren und Mitarbeiter weiter unter Gottes Schutz und Segen stehen und durch das Gemeindeleben - vor allem aber auch die Verkündigung - dazu dienen , dass viele Menschen wieder fester für Christus und sein Reich gewonnen werden, denn "Gott muss man in allen Sachen, weil er es wohl kann machen, End und Anfang geben frei. Er wird, was er angefangen, lassen so ein End erlangen, dass es wunderherrlich sei."

In alter heimatlicher Verbundenheit und mit vielen Segenswünschen begleitet sie alle

Marianne Herrlich, geb. Seeger (Juli 2004)