- Eine kleine Auswahl -
In einem Brief zum 60. Jahrestag der Beendigung des Zweiten Weltkriegs hat der Kirchenpräsident der Evangelischen Landeskirche Anhalts Helge Klassohn zu wahrhaftigem Erinnern aufgerufen. "Aus solchem Erinnern lernen wir: Keine Weltanschauung, keine Religion, keine Menschheitsidee und kein Staat darf Menschenopfer fordern", sagte der Kirchenpräsident. "Wahrhaftiges Erinnern ist freilich mühsam, denn unbequeme Wahrheiten zu ertragen ist anstrengend, man muss dazu auf Stolz und Eigensinn verzichten – und bereit sein, das Erbe der bösen Jahre 1933-1945 in erneuter Verantwortung anzunehmen. Gottes Wort aber stärkt uns in diesem Bemühen."
Unter dem Leitwort "Der Wahrheit und dem Frieden verpflichtet" das Präsidium der deutschen Sektion von pax christi, der internationalen katholischen Friedensbewegung, eine Erklärung zum 60. Jahrestag der "Befreiung Deutschlands und Europas von der Herrschaft Hitlers und seiner Anhänger" veröffentlicht. Auf dem Hintergrund des "Paradigmenwechsels in der Erinnerungskultur" wird die Frage des "eigenen Leids" klar in den Kontext des "Widerspruchs zu revisionistischen Tendenzen" gestellt. Außerdem wird der kirchliche "Umgang mit der eigenen Geschichte" kritisch reflektiert und ein "Bekenntnis unserer Kirche, dass auch Christen und kirchliche Amtsträger geirrt haben und für das Geschehen mitverantwortlich sind" angemahnt. Die Erklärung schließt mit einem Plädoyer zur zivilen Konfliktbearbeitung und politischen Konfliktlösung.